Executive Fight Club

Manager boxen sich durch

Den Körper an Fitnessgeräten zu stählen scheint einigen Investmentbankern zu langweilig. Sie greifen lieber zu ungewöhnlichen Sportarten, um sich auszutoben. Etwa zum Boxen. In Frankfurt kämpfen die Manager in einem neuen „Fight Club“.

Executive Fight Club

Trainer Oliver schaut auf seine Stoppuhr und feuert die Boxer im Ring für das Finale an. „Komm, Karry, gib Gas, nur noch wenige Sekunden … Bring mehr Gerade, mehr Gerade! Schön!“ Wenn der Trainer seine Schüler im Ring herumscheucht, bleibt kein T-Shirt trocken. Zwei bis drei Minuten dauert eine Runde beim Sparring, dem Leichtkontakt mit dem Gegner. Gerade ist Reflextraining angesagt. Die Männer keuchen und schlagen mit der rechten Faust zu. „Halt die Deckung oben, Karry! Oben lassen! Locker bleiben, locker, locker, locker … Aus! Schluss!“

Jeden Samstag ächzen und schwitzen in Frankfurt Manager bis zum Rand der Erschöpfung. Boxen ist der neue Trendsport unter den Bankern in der Finanzmetropole. Unter der Woche stemmen sie Unternehmensfusionen oder verantworten das Aktiengeschäft bei der Deutschen Bank, bei Dresdner Kleinwort, Credit Suisse, Lazard oder JP Morgan. Am Wochenende streifen sie die Boxhandschuhe über und treffen sich im Ring. Als Treffpunkt dient eine Sportschule in der Frankfurter Innenstadt, in der bereits Boxgrößen wie Max Schmeling, Muhammad Ali oder Dariusz Michalczewski trainierten. Was einst als brutale Sportart der Unterschicht galt, ist nun auch, ganz hollywoodlike, für die Anzugträger der Finanzszene zu einem Freizeitvergnügen geworden.

Zu den boxenden Bankern gehören auch Vertreter von Private-Equity-Gesellschaften und Hedgefonds, wie etwa Sebastian F., der als Hedgefonds-Vertreter beim einem SDax-Unternehmen für Aufsehen sorgte. Er hatte noch vor wenigen Wochen auf eine Sonderausschüttung von 120 Millionen Euro für die Investoren gedrängt. Auch Adlige wie der Herzog von Württemberg und Hugo von Liechtenstein, Geschäftsführer einer Finanzierungsvermittlung, schwingen die Fäuste. Sie alle loben die Fitness und die Ausgeglichenheit, die sich durch das Boxtraining einstelle. Mit dem Schmuddelimage wollen sie nichts zu tun haben.

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