Treat Yourself

Hautpflege für Jet-Setter

Sie meinen, Kosmetik sei unmännlich? Sie müssen umdenken. Grooming (to groom = sich herausputzen). – Kosmetik für Ihn – ist der Megatrend. Immer mehr Männer stellen fest: Pflege macht nicht nur Spaß, sondern bewirkt auch etwas.

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Das Männer keine Kosmetik brauchen, ist eine weit verbreitete Meinung des starken Geschlechts. Noch vor ein paar Jahren war der Besuch eines Mannes im Kosmetiksalon undenkbar. Glatt, faltenfrei, jünger? Männer sind mittlerweile jedoch mindestens so eitel wie Frauen – und investieren inzwischen richtig in persönliche Pflegeprodukte. Früher taten es Deodorant und After-Shave. Der Markt der Männerkosmetik boomt. Die Frage aber bleibt: Wie viel Creme braucht Mann wirklich? Jeder Dritte cremt schon – wo früher Wasser und Kernseife reichten, hat man heute sein eigenes Cremetöpfchen. Das Geschäft mit Männerpflege ist enorm lukrativ, die Kosmetikkonzerne verzeichnen zweistellige Zuwachsraten. Beispiel Beiersdorf: Hier legte der Sektor um 30 Prozent zu. Und das ist erst der Anfang. Denn die Männer hatten schon immer Lust am Cremen, nur fehlte ihnen der Mut, glaubt Konzernsprecher Klaus-Peter Nebel: „Man muss sehen, dass sich da etwas umschichtet. Es ist ja nicht so, dass die Männer nun gar keine Cremes gebraucht haben. Sie sind eher heimlich in die Töpfe ihrer Frauen gestiegen und haben deren Produkte benutzt. Nun haben sie was Spezielles.” In den Cremetopf der Partnerin zu greifen, bekommt Männerhaut sogar oft schlecht, denn Frauenpflege ist meist zu fetthaltig. Männer sind anders. Anders als Frauen, das wissen wir ja schon, aber auch anders als Männer noch vor zehn Jahren. „Die Männer haben sich damals noch nicht an einen Kosmetik-Counter herangetraut“, erinnert sich Valérie Bréal. Die Französin erforscht für die Kosmetikmarke Biotherm, wie man mit den neuen Kunden umgehen muss: Sie schult Verkaufspersonal. Denn am Counter stehen sie mittlerweile, die Männer, die ihr Recht auf gutes Aussehen nutzen. „Es ist keine Blamage mehr, von Hautpflege zu sprechen. Gerade sportliche Männer sind da sehr offen.“

33 Jahre sind die neuen Schönen im Durchschnitt alt – immerhin drei Jahre jünger als die typische Kundin – sagt die Statistik der Parfümeriekette Douglas, und investitionsfreudiger als ihre Artgenossinnen. Immer mehr Männer pflegen den Megatrend Grooming.

Michael Rotermund, PR-Mann bei Douglas: „Der Durchschnittsbon eines männlichen Kunden ist mit knapp 50 € etwa 5 € höher als der einer Kundin. Frauen schlüpfen öfter mal spontan bei uns rein und nehmen eine Kleinigkeit mit, während Männer eher geplante Einkäufe realisieren.“

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